Manchmal muss man nach den Sternen greifen – einfach, um wenigstens einmal in einer Top-Liga mitgespielt zu haben. „Es war einfach zu verlockend, aber wir haben diese Chance nur einmal. Wir können nicht einmal absteigen“ erklärt Mannschaftsführerin Barbara Hummel. „Wir haben nichts zu verlieren.“
Immerhin: Das erste Mal hatten die Damen 60 sich dieses Jahr für diese anspruchsvolle Liga qualifiziert. Es gab allerdings eine Art „Walkover“ – aus der Ostliga gleich in die Regionalliga Nord Ost, weil die Damen aus Magdeburg und Erfurt ihre Teilnahme zurückgezogen hatten.
Nun hieß es: ran an das zweite Match der Saison. Gegen den TC Blau-Weiß mussten unsere Powerladys ein 0:6 hinnehmen. Aber am 13. Juni 2026 gibt es ein Rückspiel in Kladow. Trotz der Überlegenheit der Blau-Weißen bleibt der Tennisball rund und muss einfach bloß übers Netz. Nur das zählt.
Das Hinspiel stand auch wettertechnisch nicht unter einem guten Stern. Es war kühl und regnerisch. Ganz in weiß haben die Damen 60 vom TC Blau-Weiß 1899 e.V. an diesem Tag nicht gespielt, obwohl das in dem altehrwürdigen Club (dieses Jahr wird der Standort im Grunewald 100 Jahre alt) eigentlich Vorschrift ist.
Aber die viel zu kühlen Temperaturen – gefühlt so um die 10 Grad – ließen die Blau-Weißen in blauen Leggins oder schwarzen langärmeligen Shirts gegen die Damen der SF Kladow antreten.

Barbara Hummel, Heike Susanne Wilke, Hildegard Schmitt, Claudia Grigalat (nur Einzel) und Hanna Kindler (nur Doppel) brachten ihre ganze Erfahrung mit auf die super gepflegten Plätze. Dafür ernteten sie jede Menge Lob von ihren Gegnerinnen.
Gegen die Zehlendorfer Wespen im ersten Spiel hatten die Damen 60 ebenfalls eine Niederlage einstecken müssen. Doch in Sachen Kampfgeist, Motivation und Siegeswillen standen auch gegen Blau-Weiß alle Ampeln auf „grün“.
Allerdings sorgten die Powerladys aus dem weißblauen Lager mit ihrem Potential recht schnell für die nächsten Ampelphasen. Bei Heike entschied sich das Schicksal nach 6:4 und 2:6 erst im Match-Tiebreak, das mit 10:5 ihrer Gegnerin den Sieg bescherte. In den anderen Begegnungen waren die Ergebnisse eindeutiger für die Gastgeberinnen.
Im Anschluss an die Spiele wurde im Nobelrestaurant des Clubs an weiss gedeckten Tischen und in zum Versinken komfortablen Clubsesseln lecker gegessen und getrunken. Die nudelige Speisekarte versprach drei Spezialitäten für jeden Geschmack: grün, veggi, mit Huhn und Arrabiata. Da ließ es sich wieder locker plaudern – über schöne Ballwechsel und hoffnungsvolle Perspektiven. Wir schauen auf das Rückspiel in Kladow am 16. Juni 2026 und da heißt das Motto: man muss Unmögliches verlangen, um Mögliches zu erreichen. Viel Glück!